Am 24. April 2010 meldete sich die Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland eindrucksvoll zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bundesregierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke noch gar nicht verlängert – trotzdem bildeten 120.000 Menschen eine Menschenkette zwischen den Pannenmeilern Brunsbüttel und Krümmel. Diese Meiler sind allein für bereits 783 meldepflichtige Störfälle verantwortlich und stehen somit exemplarisch für die Gefahren, die von Atomkraftwerken ausgehen.

Protest von 100.000 Menschen gegen Atomkraft in Berlin im September 2010. Quelle: Wikipedia
Am 12. März 2011 ruft erneut ein Bündnis von nicht-parteilichen Organisationen dazu auf, eine Menschenkette zu bilden – diesmal zwischen Stuttgart und dem AKW Neckarwestheim, jenem AKW, welches ohne Verlängerung der Laufzeiten in diesem Jahr abgeschaltet worden wäre. Die Organisatoren fordern von der am 27. März 2011 neu zu wählenden Landesregierung, die Fehlentscheidung der Laufzeitverlängerung der Bundespolitik auszugleichen und Sicherheitsauflagen zu erlassen, die den Betrieb der vier Baden-Württembergischen Kernkraftwerke unrentabel machen würde.
Aus dem Aufruf:
Bis über das Jahr 2040 hinaus hat die Bundesregierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert. Diese Klientelpolitik dient alleine den Stromkonzernen: Ihnen spült der Atom-Deal Zusatzgewinne von fast 100 Milliarden Euro in die Kassen.
Die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke wurde über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden. Wir wollen raus aus einer Technologie, die ein verheerendes Unfallrisiko birgt, den dringend notwendigen Ausbau Erneuerbarer Energien blockiert und tausenden Generationen tödlichen Atommüll aufbürdet. Wir wollen die Atomkraftwerke abschalten – und zwar jetzt!
Alle Infos über Anreise (es fahren Sonderzüge ab Münster Hbf!) und Ablauf sowie den Aufruf der Organisation findet ihr hier.
Die Verfassungsmäßigkeit der Laufzeitverlängerung, die ohne Zustimmung des Bundesrats von der Regierung beschlossen und vom Parlament abgenickt wurde, wird von namhaften Juristen angezweifelt. Heute reichten Politker des Bundestags Verfassungsbeschwerde dagegen in Karlsruhe ein.
Den lesenswerten Artikel der Wikipedia zum Thema der Laufzeitverlängerung gibt’s hier.