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Massentierhaltung
22Jan

Kritik: Schule für Modemacher Münster lobt Arbeiten mit Pelz

Wie in einem Artikel der MZ vom 14.01.11 in der Rubrik Stadtleben zu lesen ist, unterstützt die Schule für Modemacher Münster Abschlussarbeiten mit Pelz. Hiermit wollen wir unsere Missbilligung gegenüber der Schule für Modemacher Münster und der Absolventin Sarvar Ashrafi wegen deren Befürwortung von Pelz in ihren Arbeiten sowie gegenüber der MZ für diese unreflektierte Berichterstattung ausdrücken.     Auf dem Foto lächelt die Absolventin der Schule für Modemacher in Münster, Sarvar Ashrafi, als gäbe es kein Leid in der Welt und streichelt mit der Hand über die Überreste eines Tieres, das auf einer kopflosen Schaufensterpuppe mit anderen Tieren zu einem klumpigen Etwas zusammengenäht ist. Die Bildunterschrift lautet „Zwischen Cashmere, Zobel und Pelz: Sarvar Ashrafi hatte erst nur eine Idee. Dann kam der Stoff ins Spiel“.

Etwa die Hälfte des Artikels von Nike Laurenz befasst sich ohne ein kritisches Wort speziell mit der Pelzmode der Absolventin Sarvar Ashrafi. Während an der Uni Tierversuche für die Medizin angeprangert werden und zu Alternativen gegriffen wird, rühmt sich die Schule für Modemacher mit dem Blut ihrer Modeopfer. Heutzutage ist doch zu erwarten, dass auch bei den dort Lehrenden und Studierenden ethisches Empfinden eingezogen sein sollte. Dass die Nachwuchsdesignerin weiß, welches Leid von Tieren in ihrer Kollektion steckt, ist ihrem Lächeln nicht anzusehen. Kopflos wie ihre Schaufensterpuppe äußert sie sich, ihre Mode sei „etwas Frisches, Neues, für die jüngere Generation“, wobei wohl auch ihren Prüfer_innen der Modeschule die Auffassungsgabe dafür fehlt, dass tote Haut und Haare weder frisch, noch neu, noch etwas für die junge Generation sind. Die Tiere hat sie übrigens von der Firma Mersmann am Roggenmarkt töten lassen und ihrer Linie daher den kreativen Namen „Womenswear by Mersmann“ gegeben. Leider ist es keine Seltenheit, dass dieses Jahr über Pelz gesprochen und geschrieben wird, als wäre es ein Stoff wie jeder andere. Die Wahrheit, die Qualen der teils bei lebendigem Leib gehäuteten Tiere, sieht anders aus und „zwingt den Menschen zum Wegschauen, zum Vergleichgültigen, zum Ausblenden, — also zum Lügen, zur Gefühlsabstumpfung und zur Verdrängung“ (Eugen Drewermann über Massentierhaltung). Ohne Bewusstsein keine Scham. Wir wollen den Rückfall in die Gefühlsabstumpfung, der unter dem Euphemismus „Revolution des Pelz“ vorgegaukelt wird, verhindern.
Immerhin druckt die MZ in derselben Ausgabe in der Rubrik „trendy“ einen Artikel über nachhaltige Mode aus umweltfreundlichen Materialien. Das wäre doch mal lesenswert für die Schule für Modemacher Münster: vielleicht nehmt ihr mal „Ethik“ als Idee und dann den Stoff!

22Jan

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