1. ÖKOLOGIE
1.1 GRÜNE MENSA
30% – 40% der verkauften Essen in der Aasee-Mensa sind mittlerweile vegetarisch. Das ist gut, denn vegetarisches Essen ist gesund und belastet die Umwelt weniger, da für die Herstellung weniger Wasser und Energie benötigt werden. Diese Entwicklung soll beispielsweise durch Teilnahme der Mensen am freiwilligen vegetarischen Donnerstag ausgebaut werden. Wir werden weiterhin auf einen Ausbau von ökologischem, regionalem und saisonalem Angebot hinwirken. Auch die Möglichkeit, sich in der Mensa vegan zu ernähren, sollte angestrebt werden. Ein Schritt in diese Richtung kann sein, an ausgewählten Tagen ein veganes Menü anzubieten.
Einige dieser Punkte sind in unseren Mensen schon vorbildlich umgesetzt. So sind die verarbeiteten Kartoffeln allesamt die regionale „Münsterlandknolle“. Ein komplettes, zertifiziertes Bio-Menü ist in unseren Mensen dagegen aus organisatorischen und platzbedingten Gründen nicht möglich. Jedoch können und sollten mehr Zutaten biologisch, d.h. ohne den Einsatz giftiger Pestizide und Gen-Technik, sein. Dafür werden wir uns einsetzen.
Diese Ziele sind allerdings nur mit der Unterstützung aller Studierenden zu erreichen, die mit ihrer täglichen Menüwahl die Nachfrage bestimmen. Neuerungen sind nur möglich, solange die Nachfrage diese neuen Wege unterstützt. So würden wir nie auf ein Fleischverbot an bestimmten Tagen hinwirken, da jeder Studentin und jedem Student die freie Entscheidung bleiben muss. Stattdessen möchten wir das Fleischangebot in Richtung artgerechtere und nachhaltige Tierhaltung verschieben. Insbesondere über unseren Sitz im Verwaltungsrat des Studentenwerks, dem wichtigsten Gremium innerhalb des Studentenwerks, werden wir uns für eine Ausweitung des Angebotes in diesen Bereichen einsetzen. Letztes Jahr erarbeitete eine Projektstelle im AStA einen „Grundsatz für eine Mensapolitik des AStAs“, das als Grundlage hierfür gelten kann.
1.2 BEWUSSTER ENERGIEVERBRAUCH
Campus Grün ist nicht nur hochschulpolitisch aktiv: So beteiligen wir uns seit unserer Gründung an Anti-Atom-Demos und -Mahnwachen, um gegen die Nutzung der Kernenergie zu protestieren. Ein bewusster Energie-Verbrauch ist uns wichtig. Deswegen begrüßen wir es, dass die Universität Münster seit Anfang dieses Jahres ausschließlich Öko-Strom bezieht. Dennoch ist der Bezug von Öko-Strom kein Freibrief: Es muss immer noch verstärkt darauf geachtet werden, mit Energie sorgsam umzugehen. Dass Lichter ausgeschaltet sind, niemand mehr im Hörsaal sitzt und dass neue Gebäude bestmöglich gedämmt sind, sollten Selbstverständlichkeiten sein.
Doch auch das Studentenwerk als großer Stromverbraucher sollte auf Öko-Strom setzen. Konzepte zur Finanzierbarkeit wollen wir erarbeiten. Ein großes Hindernis auf dem Weg zu einem verantwortungsvollen Stromverbrauch sind zudem die „Strom- und Wasserflatrates“ in vielen Wohnheimen des Studentenwerks, die zu ungezügeltem Laufenlassen einladen. Während in den alten Wohnheimen eine Nachrüstung völlig unrentabel wäre, werden wir uns bei allen Neu- und Umbauten dafür einsetzen, dass Strom und Wasser wohnungsgenau abgerechnet werden. Strom- und Wassersparen muss sich lohnen.
Wünschenswert wäre zudem ein starker Beitrag zur „Energiewende“: Die Photovoltaik-Anlage auf der Aasee-Mensa ist ein Schritt in die richtige Richtung, dem noch weitere folgen müssen.
1.3 NACHHALTIGER VERKEHR
Das Fahrrad ist nicht nur ein völlig emissionsfreies Verkehrsmittel. In Münster ist die „Leeze“ auch ein Symbol für das Student_innenleben. Leider sind, gerade im Sommer, die Plätze vor den Hörsälen oft überbelegt. Wir werden uns für mehr Fahrradständer einsetzen.
Das NRW-Semester-Ticket ist ein Erfolg. Wenige hätten bei seiner Einführung vor zwei Jahren an eine solch massive Nutzung durch die Studierenden geglaubt. Für uns ist es ein Kernanliegen, dass das Semesterticket auch in Zukunft möglichst günstig möglichst vielen Studierenden das Benutzen der umweltfreundlichen Regionalzüge in NRW ermöglicht. Mittelfristig sollte auch über eine Aufwertung nachgedacht werden: Denkbar wären beispielsweise kostenlose Fahrrad- oder Personenmitnahme.
1.4 MEHR FAIRER HANDEL IM UNI-ALLTAG
Zu den zahlreichen Auszeichnungen der Stadt Münster kam Ende September 2011 auch noch die Verleihung des Titels „Fairtrade-Town“ hinzu, womit das außerordentliche Engagement zahlreicher Münsteraner Akteur_innen für den Fairen Handel ausgezeichnet wurde. Wir setzen uns dafür ein, dass auch an der Uni Münster der Faire Handel zukünftig eine noch wichtigere Rolle im Uni-Alltag spielt.
Durch den Erwerb fair gehandelter Produkte können wir als Konsument_innen die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Millionen Kleinbauern und -bäuerinnen und deren Familien in den sogenannten Entwicklungsländern nachhaltig verbessern. Grundlage sind soziale, aber auch ökologische Standards im Arbeitsalltag der Menschen. Statt gedankenlos auf Produkte von Großkonzernen wie beispielsweise Coca Cola oder Nestlé zu setzen, die in der Vergangenheit immer wieder durch Ausbeutung und Kinderarbeit in die Schlagzeilen geraten sind, möchten wir zu einem kritischen und verantwortungsvollen Konsum anregen.
Neben dem „klassischen“ Fairhandelsprodukt Kaffee sollten Cafés und Mensen der Uni Münster dauerhaft weitere Produkte aus Fairem Handel in ihr Sortiment aufnehmen. Fair gehandelte Getränke und Nahrungsmittel, wie Cola und Eistee oder Bananen und Reis, stellen eine sinnvolle Ergänzung zum ökologischen und regionalen Angebot dar.
Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass auch in anderen Bereichen des Uni-Lebens der Faire Handel etabliert wird: Seien es Fairtrade-Fußbälle im Uni-Sport, der Einsatz von Fairtrade-Blumen bei offiziellen Anlässen oder der Verkauf von aus Fairtrade-Baumwolle hergestellter Kleidung im Campusstore!



