Studiengebühren: Geld oder Exmatrikulation
“Geld oder Liebe” war früher. An der Uni heißt es seit einigen Semestern: Geld oder Exmatrikulation. Wir sind klar gegen die Erhebung von Studiengebühren. Diese ist Ausdruck einer sich stark verschärfenden Ökonomisierung der Gesellschaft – nach anderen Bereichen trifft es nun auch die Studierenden direkt. Besser wird dadurch die Bildungssituation in Deutschland für keinen. Warum? – Argumente:
- Soziale Selektion: Schon lange stammt die überwiegende Mehrheit der Studierenden aus Akademikerhaushalten. Die soziale Herkunft entscheidet in Deutschland über die Bildungschancen. Studiengebühren verstärken diese Situation erheblich: 1000 Euro zusätzlich im Jahr aufbringen zu müssen bedeutet, studieren geht nur noch für Reiche oder das Anhäufen von Schulden schon vor dem Berufsstart.
- Abschreckung: Die Aussicht auf enorme Schulden durch ein Studium schreckt viele junge Leute vom Studium ab. Das ist nicht nur schlecht für jeden, den das betrifft, sondern auch für die “Bildungsgesellschaft Deutschland”. Weichen diese Menschen auf eine Ausbildung aus, steigt zudem auch hier der Druck für alle Ausbildungssuchenden, eine Lehrstelle zu finden.
- Bildung ist keine Ware: Bildung ist ein Menschenrecht und keine Ware. Die zunehmde Verschiebung in diese Richtung zieht allerdings verheerende Folgen nach sich: Wird das Studium “gekauft”, entsteht auch ein Marktdruck auf der Angebotsseite. Kleine Fächer passen sich an, Vielfalt geht verloren. Auch das ist schlecht für die “Bildungsgesellschaft”, und auf Dauer für die Demokratie.



